Die Peripherie der Musik

Wer sich ein Album in physischer Form beschafft, also auf Schallplatte, Kassette oder auf CD, der bekommt in der Regel nicht nur die reine Musik an sich geboten, sondern er bekommt mehr. Und um dieses „mehr“ soll es im folgenden Artikel gehen. „Die Peripherie der Musik“ weiterlesen

Black Metal & Meditation: „Filosofem“ von Burzum

„Filosofem ist ein perfektes Album; es braucht nicht einmal Worte, weil es so vollkommen ist – man kann es nicht fassen. Wirklich erstaunlich, dass ein menschliches Wesen in der Lage war, so etwas aus dem Nichts zu erschaffen.“
– mit diesen Worten des Shining-Sängers Niklas Kvarforth beginnt das Kapitel über Burzum in Dayal Pattersons  wunderbar recherchiertem Buch „Black Metal – Evolution of the Cult“. Und dem lässt sich kaum etwas hinzufügen, denn ‚Filosofem‘ ist große und vollkommene Kunst. Viel wurde schon darüber gesagt, und noch mehr wurde diskutiert über Burzum und den Mann hinter dieser Ein-Mann-Band, namentlich Varg Vikernes.  „Black Metal & Meditation: „Filosofem“ von Burzum“ weiterlesen

Eisregens „Feindbild Mensch“

Misanthropie. Ein beliebtes Thema in den dunkleren und/oder härteren Spielarten der Musik. Der Death Metal ist voll von Massenmördern, Abschlachtungen, Serienkillern und dergleichen. Auch der Thrash Metal und der Gothic-Bereich hinken nicht sonderlich hinterher, und im Black Metal ist der Menschenhass natürlich ebenfalls ein großes Thema.
Auch Kunst und Philosophie haben sich damit beschäftigt, so zum Beispiel Platon, Schopenhauer und mit ihnen viele andere Gelehrte und Künstler. „Eisregens „Feindbild Mensch““ weiterlesen

„Des Satans Diener ziehen durch das Land“ – Lupan verkünden den Krieg

Wenn man heutzutage nach neuen bzw. einem selbst noch unbekannten Bands Ausschau hält, dann hat man es schwer.  Schwer deshalb, weil es so einfach ist: Unmengen an Bands tummeln sich bei Youtube & Co,  wieder und wieder wird man auf Facebook mit Alben und Liedern, von denen man nie zuvor gehört hat, überschüttet.
Die Auswahl ist gigantisch, und alles zu hören ist unmöglich. „„Des Satans Diener ziehen durch das Land“ – Lupan verkünden den Krieg“ weiterlesen

Dissections „Where dead Angels lie“

Dissection. Eine der besten Bands, die es je gegeben hat. Gegeben hat, denn diese großartige Gruppe aus Schweden existiert seit 2006 nicht mehr. Drei Alben wurden eingespielt, und vor allem mit den ersten beiden wurde Musikgeschichte geschrieben.

Musikalisch sind Dissection zwischen Black Metal und melodischem Death einzuordnen, und auf beide Stilrichtungen übten sie enormen Einfluss aus. Den Black Metal machten sie – und das klingt jetzt sehr ketzerisch, ich weiß – salonfähiger. Das Raue und Hässliche wurde entfernt, dafür wurden Melodien eingefügt, die auch Nicht-Black Metaller ansprechen. Ich würde sogar behaupten – wieder Ketzerei – dass solche Bands wie Dimmu Borgir ohne Dissections Einfluss nicht so klingen würden, wie sie heutzutage klingen. Beide Gruppen würde ich aber niemals auf eine Stufe stellen, denn im Gegensatz zu Dimmu Borgir fehlen bei Dissection die kommerziellen Ambitionen. „Dissections „Where dead Angels lie““ weiterlesen

„Auf Paderborns verlassenen Straßen“: Black Metal von Infesting Swarm

Ich finde, lokale Dinge sollten unterstützt werden. Nicht unbedingt alles, was im lokalen Bereich geschieht, aber manches davon ist es durchaus wert. So versuche ich z.B. meine Lebensmittel aus regionalem Anbau zu bekommen, soweit dies möglich ist. Und man sollte auch nicht immer gleich alles im Internet bestellen, sondern erstmal die Geschäfte der eigenen Umgebung erkunden – und dort in kleine Läden gehen, inhabergeführt, nicht in die großen Ketten. Aber hier soll es gar nicht um Ernährung gehen oder um den Einzelhandel – ich habe mir nämlich vorgenommen, das Album einer lokalen Band zu rezensieren, was in meinem Fall heißt: Einer Band aus Paderborn. „„Auf Paderborns verlassenen Straßen“: Black Metal von Infesting Swarm“ weiterlesen

Nargaroths „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“

Da ich zu denjenigen gehöre, die sich noch CDs kaufen und Wert legen auf ein gut gestaltetes Booklet, komme ich immer wieder in den Genuss, die Texte der Lieder zu lesen, welche ich höre. Es gibt einige Songtexte, die mir sehr gut gefallen, und einige davon will ich im Laufe der Zeit hier vorstellen.

Den Anfang soll eine meiner Lieblingsgruppen bestreiten, nämlich Nargaroth. „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“ stammt vom Rasluka-Album, einer Platte, auf der Kanwulf den Verlust eines Freundes durch Selbstmord, sowie den Tod des ehemaligen AC/DC-Sängers Bon Scott, in welchem er einen „der letzten echten Rebellen“ erkennt, verarbeitet. Ein sehr persönliches Album, aber das sind die Werke von Nargaroth glaube ich immer.

Musikalisch gehört „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“ nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber ich mag den Text. Es geht um das Individuum, welches alle Grenzen durchbricht und sich von der Masse abgrenzt. Vom Streben nach Höherem und nach Freiheit. Die breite Masse verfolgt dasselbe Ziel, wird es aber niemals erreichen können. Schließlich ist sie entsetzt darüber, wie weit das Individuum gegangen ist.

Der Erzähler verspürt den gleichen Drang nach Freiheit und Entfaltung, ist jedoch unfähig, diesem zu folgen. Er schämt sich, als er erkennt, dass er selbst nur ein Teil der Masse ist.

„…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“

von Nargaroth

 

Ich labe mein Auge an elfgrünen Hängen,
an Klippen die ragen aus tosendem Meer.
Seh‘ tausend Rösser zu Gipfel sich drängen,
voran eilt ein schwarzes vor schneeweißem Heer.

Mit seidenen Fesseln erklomm es die Klippe,
doch machte es auch am Ende nicht halt.
Entsetzt erstarrte die schneeweiße Sippe,
als es da stürzte in Fluten so kalt.

Das Schwarze erlöst nun von einsamer Qual,
gestillt seine Sehnsucht nach Freiheit und Willen.
Mein Auge nun ruht auf herbstwelkem Tal,
ach‘ könnte ich auch meine Sehnsucht so stillen.

So spür‘ ich die Freiheit nach kühl-freiem Winde,
doch blick‘ ich voll Scham auf mein weißes Gewand.
Nachts weine ich nach dem ach freien Kinde,
das mit dem schwarzen Einhorn verschwand.