Vom Sinn des Black Metals – Teil 2

In diesem zweiten Teil meines Artikels möchte ich mich einigen anderen Aspekten aus Vyshynskys Vortrag zuwenden. Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, kann ihn hier einsehen, der Vortrag selbst befindet sich hier.


Am Ende seiner Rede spricht Vyshynsky von einem Paradoxon des Black Metals: Auf der einen Seite beziehen Musiker und Texte sich häufig auf gewisse Traditionen (z.B. auf heidnische Bräuche) und wollen diese gar wiederbeleben, auf der anderen Seite geht es um das Niederreißen von Werten und Traditionen (z.B. Zerstörung der christlichen Moral). Der Black Metal ist also sowohl traditionell orientiert, als auch revolutionär. Der Blick geht gleichermaßen in Vergangenheit und Zukunft, man will Neues schaffen und zugleich Altes wiederbeleben. Zitat: „… the philosophy of the Black Arts, paradoxically, is teetering on the edge of the Tradition (the Paganism and the Nationalism) – and the Revolution (the Satanism and die Nihilism).“ „Vom Sinn des Black Metals – Teil 2“ weiterlesen

Nargaroths „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“

Da ich zu denjenigen gehöre, die sich noch CDs kaufen und Wert legen auf ein gut gestaltetes Booklet, komme ich immer wieder in den Genuss, die Texte der Lieder zu lesen, welche ich höre. Es gibt einige Songtexte, die mir sehr gut gefallen, und einige davon will ich im Laufe der Zeit hier vorstellen.

Den Anfang soll eine meiner Lieblingsgruppen bestreiten, nämlich Nargaroth. „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“ stammt vom Rasluka-Album, einer Platte, auf der Kanwulf den Verlust eines Freundes durch Selbstmord, sowie den Tod des ehemaligen AC/DC-Sängers Bon Scott, in welchem er einen „der letzten echten Rebellen“ erkennt, verarbeitet. Ein sehr persönliches Album, aber das sind die Werke von Nargaroth glaube ich immer.

Musikalisch gehört „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“ nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber ich mag den Text. Es geht um das Individuum, welches alle Grenzen durchbricht und sich von der Masse abgrenzt. Vom Streben nach Höherem und nach Freiheit. Die breite Masse verfolgt dasselbe Ziel, wird es aber niemals erreichen können. Schließlich ist sie entsetzt darüber, wie weit das Individuum gegangen ist.

Der Erzähler verspürt den gleichen Drang nach Freiheit und Entfaltung, ist jedoch unfähig, diesem zu folgen. Er schämt sich, als er erkennt, dass er selbst nur ein Teil der Masse ist.

„…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“

von Nargaroth

 

Ich labe mein Auge an elfgrünen Hängen,
an Klippen die ragen aus tosendem Meer.
Seh‘ tausend Rösser zu Gipfel sich drängen,
voran eilt ein schwarzes vor schneeweißem Heer.

Mit seidenen Fesseln erklomm es die Klippe,
doch machte es auch am Ende nicht halt.
Entsetzt erstarrte die schneeweiße Sippe,
als es da stürzte in Fluten so kalt.

Das Schwarze erlöst nun von einsamer Qual,
gestillt seine Sehnsucht nach Freiheit und Willen.
Mein Auge nun ruht auf herbstwelkem Tal,
ach‘ könnte ich auch meine Sehnsucht so stillen.

So spür‘ ich die Freiheit nach kühl-freiem Winde,
doch blick‘ ich voll Scham auf mein weißes Gewand.
Nachts weine ich nach dem ach freien Kinde,
das mit dem schwarzen Einhorn verschwand.

„Black Metal ist Krieg“ – Altes, neu rezensiert

Dies ist eine Rezension zu Nargaroths großartiger Scheibe „Black Metal ist Krieg – A Dedication Monument“. Ich gehe davon aus, dass bereits einige Besprechungen dieses Albums existieren, zumal die Platte mittlerweile auch schon über 15 Jahre alt ist (erschienen 2001). Nichtsdestotrotz verfasse ich hier meine eigene Rezension, da ich dieses Album für eines der besten überhaupt halte und Lust habe, darüber zu schreiben. „„Black Metal ist Krieg“ – Altes, neu rezensiert“ weiterlesen