Jugend ohne Subkultur

Der folgende Artikel basiert auf meinen persönlichen Beobachtungen. Ob der hier beschriebene Umstand nur in meinem Umfeld auftritt, oder deutschlandweit, kann ich nicht sagen.
Ich will an dieser Stelle auch nicht mit den üblichen Sprüchen kommen, von wegen „die heutige Jugend ist so schlimm und frech und respektlos, bla bla…“ Ich will nicht sagen, dass früher – also zu meiner Jugendzeit – alles besser war. Ausführlich habe ich zu diesem „Kulturpessimismus“ schon in einem älteren Artikel Stellung bezogen, und ich will meine Aussagen von damals auch nicht zurücknehmen – es geht mir lediglich darum, Beobachtungen aufzuzeichnen und meine Meinung kundzutun.


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Die Musik der Einzelkämpfer

Es ist auffällig wie bezeichnend, dass der Black Metal unter seinen Geschwistern dasjenige Genre ist, in welchem die meisten Ein-Mann-Bands existieren. Mit Sicherheit gibt es auch Death oder Thrash Metal-Bands, die nur aus einer Person bestehen, doch auf Anhieb ist mir da keine bekannt…

Ich will ein wenig der Frage nachgehen, woran dies wohl liegen mag. Wirklich eine Antwort darauf finden werde ich nicht können, denn ich bin kein Musiker. Aber ich schreibe, und auch das tut man ja in der Regel alleine. „Die Musik der Einzelkämpfer“ weiterlesen

Ist Black Metal anti-objektiv?

Immer wieder lese ich in Interviews oder auf Internetseiten Aussagen von Verehrern des Black Metals, dass sie besonders großen Wert auf eine subjektive Betrachtungsweise legen, sei es Rezensionen betreffend, den allgemeinen Umgang mit Musik oder sonstiges. So steht beispielsweise auf der Seite von Black Salvation folgende Aussage zu lesen: „Alles, was ihr in Zukunft auf Black Salvation lesen werdet, ist immer komplett subjektiv gehalten; das heißt, dass Objektivität (so sehr mir diese im real life auch wichtig ist), hier nicht gerade außen vor bleibt, aber dennoch nur äußerst rudimentär vorhanden ist.“
Aus einem (elektronischen) Briefwechsel zwischen mir und Kraehenblut, dem Betreiber von Unholy Black Art of Ritual, ergab sich von Seiten Kraehenbluts diese Äußerung: „Auch gerade durch diese gezielt subjektive Note möchte ich dem Leser eine Alternative zu den meiner Meinung nach immer stumpfer werdenden Magazinen und Online-Zines geben, bei denen wohl immer öfters Quantität über Qualität geht.“ „Ist Black Metal anti-objektiv?“ weiterlesen

Vom Problem der Erhabenheit: Baudelaires „Der Albatros“

Ich erachte den Black Metal als eine der erhabensten Formen der Musik. Wie aber sieht das mit der Erhabenheit aus, wenn man sich mit dem profanen Alltag auseinandersetzen muss? Mit dem Job, den Einkäufen und nervigen Autoreparaturen? Wenn man sich in der „gewöhnlichen Welt“ bewegt, abseits von Erhabenheit, dunkler Romantik und ergreifender Kunst?

Wie reagiert man auf Menschen, deren Kunstverständnis sich von dem eigenen unterscheidet? Menschen, die „einfacher gestrickt“ sind, und die anspruchsvoller Kunst befremdlich, wenn nicht gar ablehnend gegenüberstehen (weil viele setzen anspruchsvoll mit langweilig gleich)? Die erhabenes/elitäres Verhalten als lächerlich empfinden? Nimmt man sich dann selbst ein wenig zurück und verhält sich „normaler“? Oder greift man zu Abwehrmaßnahmen, wie beispielsweise Arroganz? „Vom Problem der Erhabenheit: Baudelaires „Der Albatros““ weiterlesen

Nargaroths „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“

Da ich zu denjenigen gehöre, die sich noch CDs kaufen und Wert legen auf ein gut gestaltetes Booklet, komme ich immer wieder in den Genuss, die Texte der Lieder zu lesen, welche ich höre. Es gibt einige Songtexte, die mir sehr gut gefallen, und einige davon will ich im Laufe der Zeit hier vorstellen.

Den Anfang soll eine meiner Lieblingsgruppen bestreiten, nämlich Nargaroth. „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“ stammt vom Rasluka-Album, einer Platte, auf der Kanwulf den Verlust eines Freundes durch Selbstmord, sowie den Tod des ehemaligen AC/DC-Sängers Bon Scott, in welchem er einen „der letzten echten Rebellen“ erkennt, verarbeitet. Ein sehr persönliches Album, aber das sind die Werke von Nargaroth glaube ich immer.

Musikalisch gehört „…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“ nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber ich mag den Text. Es geht um das Individuum, welches alle Grenzen durchbricht und sich von der Masse abgrenzt. Vom Streben nach Höherem und nach Freiheit. Die breite Masse verfolgt dasselbe Ziel, wird es aber niemals erreichen können. Schließlich ist sie entsetzt darüber, wie weit das Individuum gegangen ist.

Der Erzähler verspürt den gleichen Drang nach Freiheit und Entfaltung, ist jedoch unfähig, diesem zu folgen. Er schämt sich, als er erkennt, dass er selbst nur ein Teil der Masse ist.

„…vom freien Willen eines schwarzen Einhorns“

von Nargaroth

 

Ich labe mein Auge an elfgrünen Hängen,
an Klippen die ragen aus tosendem Meer.
Seh‘ tausend Rösser zu Gipfel sich drängen,
voran eilt ein schwarzes vor schneeweißem Heer.

Mit seidenen Fesseln erklomm es die Klippe,
doch machte es auch am Ende nicht halt.
Entsetzt erstarrte die schneeweiße Sippe,
als es da stürzte in Fluten so kalt.

Das Schwarze erlöst nun von einsamer Qual,
gestillt seine Sehnsucht nach Freiheit und Willen.
Mein Auge nun ruht auf herbstwelkem Tal,
ach‘ könnte ich auch meine Sehnsucht so stillen.

So spür‘ ich die Freiheit nach kühl-freiem Winde,
doch blick‘ ich voll Scham auf mein weißes Gewand.
Nachts weine ich nach dem ach freien Kinde,
das mit dem schwarzen Einhorn verschwand.