Leichenromantik: „Ein Aas“ von Charles Baudelaire

Ich finde es schade, dass Gedichte über keinen allzuguten Ruf verfügen. Die meisten Menschen erachten sie als langweilig, uninteressant, vielleicht gar als spießig oder anstrengend zu lesen.
Und ja, in den meisten Fällen muss ich leider zustimmen. Gedichte können bisweilen abschreckend sein, allein schon aufgrund ihrer Form: Die Zeilen sind kurz und füllen die Seite nicht aus; in die wenigen Worte, die dort geschrieben stehen, muss viel hinein interpretiert werden; und darüber hinaus können Dinge, die sich reimen, sehr nervig sein. „Leichenromantik: „Ein Aas“ von Charles Baudelaire“ weiterlesen

„Dämmrung senkte sich von oben“ – ein Gedicht zum Abend


Johann Wolfang von Goethe hat große Werke geschrieben, aber auch kleine und feine. Eines davon gebe ich hier wieder – ohne philosophische Hintergedanken, einfach nur ein kleines Gedicht für den Abend… „„Dämmrung senkte sich von oben“ – ein Gedicht zum Abend“ weiterlesen

Schöner Winter, tödlicher Winter: „Winternacht“ von Nikolaus Lenau

Im Zuge der Vorbereitungen zu meinem Winterartikel bin ich auf ein unsagbar stimmungsvolles Gedicht des österreichischen Schriftstellers Nikolaus Lenau (1802 – 1850) gestoßen, welches ich meinen Lesern nicht vorenthalten will.

In zwei Abschnitten werden hier die beiden Seiten des Winters aufgezeigt: Zunächst die schöne, romantische; dann die brutale, todbringende. Lenau vereint diese vermeintlichen Gegensätze, so wie es der Winter selbst tut. Er spricht von Ruhe und Naturverbundenheit, um im nächsten Moment von blutgierigen Wölfen und quälenden Stürmen zu berichten. Der Winter bringt Frieden und Aufruhr zugleich, sein Wesen ist ambivalent und entzieht sich somit jedweder einseitigen Betrachtungsweise. „Schöner Winter, tödlicher Winter: „Winternacht“ von Nikolaus Lenau“ weiterlesen

Lyrik & Poesie – Teil 2: Nebel der Gebrochenen Herzen

Mit dem zweiten Teil meiner lyrischen Reise begebe ich mich etwas weiter in die Vergangenheit. Noch einmal vier Jahre, bevor ich „Flucht durch das Runentor (zu den Sternen)“ zu Papier brachte, schrieb ich diesen Text hier, der im Original eigentlich den englischen Titel „Fog of the Broken Hearts“ hatte, da ich zu der Zeit auch gerne mit Sprachen (auch innerhalb der Texte) experimentierte. Den letzten Vers habe ich erst kürzlich, nachdem ich die Schriften wiedergefunden hatte, hinzugefügt. So schließt die Geschichte in einer Art Kreis, in dem das Ende direkten Bezug auf den Anfang nimmt. „Lyrik & Poesie – Teil 2: Nebel der Gebrochenen Herzen“ weiterlesen

Lyrik & Poesie – Teil 1: Flucht durch das Runentor (zu den Sternen)

An dieser Stelle präsentiere ich stolz einen ersten Gastbeitrag auf meiner Seite, nämlich einen wunderbaren Text aus der Feder Kraehenbluts, dem Betreiber des von mir hochgeschätzten Rezensions-Blogs Unholy Black Art of Ritual.
Dies wird – so hoffe ich – der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit, da in naher Zukunft auch die eine oder andere SchädelTrauma-Rezension auf Unholy Black Art of Ritual erscheinen wird. „Lyrik & Poesie – Teil 1: Flucht durch das Runentor (zu den Sternen)“ weiterlesen

Eine Reise in schwarze Gefilde: „Nachtmeerfahrten“ von Simone Stölzel

„Denn je mehr man im Gefolge von Aufklärung und Industrialisierung das Geistersehen und den weithin grassierenden Aberglauben bekämpfte, ihn als lächerlich oder primitiv abkanzelte, desto entschiedener begannen die alten und neuen Gespenster die Literatur zu bevölkern.“

„Eine Reise in schwarze Gefilde: „Nachtmeerfahrten“ von Simone Stölzel“ weiterlesen

Goethes „Der Erlkönig“

Die wohl berühmteste Ballade Johann von Goethes, die den meisten wohl noch aus ihrer Schulzeit bekannt sein dürfte. In vermutlich jedem Deutschbuch wird dieser Text behandelt, meist mit der Aufgabe versehen, ihn neu zu interpretieren – sei es musikalisch, malerisch oder in zeitgemäßen Worten. Nichtsdestotrotz gehört der Erlkönig zu den herausragendensten Werken des weimarer Dichters und erweist sich als absolut würdig, auf SchädelTrauma besprochen zu werden. „Goethes „Der Erlkönig““ weiterlesen