Ist Black Metal anti-objektiv?

Immer wieder lese ich in Interviews oder auf Internetseiten Aussagen von Verehrern des Black Metals, dass sie besonders großen Wert auf eine subjektive Betrachtungsweise legen, sei es Rezensionen betreffend, den allgemeinen Umgang mit Musik oder sonstiges. So steht beispielsweise auf der Seite von Black Salvation folgende Aussage zu lesen: „Alles, was ihr in Zukunft auf Black Salvation lesen werdet, ist immer komplett subjektiv gehalten; das heißt, dass Objektivität (so sehr mir diese im real life auch wichtig ist), hier nicht gerade außen vor bleibt, aber dennoch nur äußerst rudimentär vorhanden ist.“
Aus einem (elektronischen) Briefwechsel zwischen mir und Kraehenblut, dem Betreiber von Unholy Black Art of Ritual, ergab sich von Seiten Kraehenbluts diese Äußerung: „Auch gerade durch diese gezielt subjektive Note möchte ich dem Leser eine Alternative zu den meiner Meinung nach immer stumpfer werdenden Magazinen und Online-Zines geben, bei denen wohl immer öfters Quantität über Qualität geht.“ „Ist Black Metal anti-objektiv?“ weiterlesen

Alte Schule: „Don’t break the Oath“ von Mercyful Fate

Zu Beginn der 80er-Jahre veröffentlichte eine Band namens Venom ein Album, welches den Titel „Black Metal“ trug… Darauf zu hören war dreckiger Heavy Metal, dessen Texte überwiegend von Satanismus und okkulten Dingen erzählten. Schnell wurde von anderen Metal-Bands, die über dieselben Thematiken sangen, gesagt, ihre Musik würde klingen „wie Black Metal von Venom“, und irgendwann nur noch „wie Black Metal“. Und damit wurde in den 80ern jede okkulte Metal-Band, egal welcher Spielart, zu Black Metal… „Alte Schule: „Don’t break the Oath“ von Mercyful Fate“ weiterlesen

TraumaLyrik V: Goethes „Der untreue Knabe“

Hier ein Stück deutsches Kulturgut: „Der untreue Knabe“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Schwierig, ein paar einleitende Worte zu finden. Ich will nichts vorwegnehmen und den Leser auch nicht beeinflussen – aber irgendetwas muss ich sagen.

Diese Ballade ist – und ich drücke mich hier bewusst altmodisch aus – von „schauerlichem Charakter“. Sie ist gruselig, wobei man bedenken muss, dass dieser Begriff vor zweihundert Jahren vielleicht noch anders aufgefasst wurde ist als heute. Deshalb muss man sich wohl darauf einlassen; den modernen Horror vergessen und im Dunkeln weiterlesen. „TraumaLyrik V: Goethes „Der untreue Knabe““ weiterlesen

Ein Mann namens Schwarzmetall…

Einst lebte ein Mann namens Schwarzmetall. Sein Zuhause waren die tief verschneiten Wälder, in deren friedvoller Dunkelheit er sich sicher und geborgen fühlte. Er liebte die Natur und er liebte die Nacht, und besonders genoss er, die finsteren Höhlen seiner ewigen Wälder zu erkunden.

Eines Tages jedoch zog es ihn hinaus in die Welt, und dort traf er auf einige seiner Verwandten… „Ein Mann namens Schwarzmetall…“ weiterlesen

Die metaphysische Quelle der Inspiration

„Man hört, man sucht nicht; man nimmt, man fragt nicht, wer da gibt; wie ein Blitz leuchtet ein Gedanke auf, mit Notwenigkeit, in der Form ohne Zögern, – ich habe nie eine Wahl gehabt… Alles geschieht im höchsten Grade unfreiwillig, aber wie in einem Sturme von Freiheitsgefühl, von Unbedingtsein, von Macht, von Göttlichkeit…“

– so beschreibt Friedrich Nietzsche seine Empfindungen während der Arbeit an seinem Hauptwerk „Also sprach Zarathustra“.
Notwendigkeit und Unfreiwillig sind Worte, die mit dem gleichzeitig genannten Freiheitsgefühl nicht so recht übereinstimmen wollen. Dennoch tun sie es, und um genau diesen Gegensatz soll es nun gehen: Um Inspiration. „Die metaphysische Quelle der Inspiration“ weiterlesen

TraumaLyrik IV: Eisregens „Feindbild Mensch“

Misanthropie. Ein beliebtes Thema in den dunkleren und/oder härteren Spielarten der Musik. Der Death Metal ist voll von Massenmördern, Abschlachtungen, Serienkillern und dergleichen. Auch der Thrash Metal und der Gothic-Bereich hinken nicht sonderlich hinterher, und im Black Metal ist der Menschenhass natürlich ebenfalls ein großes Thema.
Auch Kunst und Philosophie haben sich damit beschäftigt, so zum Beispiel Platon, Schopenhauer und mit ihnen viele andere Gelehrte und Künstler. „TraumaLyrik IV: Eisregens „Feindbild Mensch““ weiterlesen

Vom Sinn des Black Metals – Teil 2

In diesem zweiten Teil meines Artikels möchte ich mich einigen anderen Aspekten aus Vyshynskys Vortrag zuwenden. Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, kann ihn hier einsehen, der Vortrag selbst befindet sich hier.


Am Ende seiner Rede spricht Vyshynsky von einem Paradoxon des Black Metals: Auf der einen Seite beziehen Musiker und Texte sich häufig auf gewisse Traditionen (z.B. auf heidnische Bräuche) und wollen diese gar wiederbeleben, auf der anderen Seite geht es um das Niederreißen von Werten und Traditionen (z.B. Zerstörung der christlichen Moral). Der Black Metal ist also sowohl traditionell orientiert, als auch revolutionär. Der Blick geht gleichermaßen in Vergangenheit und Zukunft, man will Neues schaffen und zugleich Altes wiederbeleben. Zitat: „… the philosophy of the Black Arts, paradoxically, is teetering on the edge of the Tradition (the Paganism and the Nationalism) – and the Revolution (the Satanism and die Nihilism).“ „Vom Sinn des Black Metals – Teil 2“ weiterlesen