Unabhängigkeit & Suizid: „Traktat vom Steppenwolf“ (Teil 2)

 

Hier geht’s zum ersten Teil.

Der nächste Abschnitt des Steppenwolf-Traktates beschäftigt sich u.a. mit der Unabhängigkeit: Unabhängig sein von anderen, sich nicht verkaufen, frei leben. Und es geht um den Preis, den man dafür zahlen muss: Nämlich Einsamkeit und Armut.

Beim Lesen musste ich an den großen H.P. Lovecraft denken, meinen Lieblingsautoren. Auch dieser hatte ein großes Bedürfnis nach Freiheit, und hat deshalb beispielsweise nie einen wirklich festen Beruf ausgeübt. Demzufolge lebte er in Armut, denn der Erfolg seiner Geschichten stellte sich erst nach seinem Tode ein. Und auch wenn er verheiratet gewesen war (ich glaube zweimal), so hat er doch niemanden wirklich an sich herangelassen, was im gleichen Maße auch für Hermann Hesse gilt. Denn sobald man sich auf andere einlässt, gibt man einen Teil seiner Unabhängigkeit auf, ergo geht die Unabhängigkeit mit Einsamkeit einher.

Es gibt viele, die über dieses Thema geschrieben und auch gesungen haben, Freiheit und Einsamkeit sind wichtige Aspekte in der Philosophie wie auch im Black Metal. Auch deshalb finde ich, dass das „Traktat vom Steppenwolf“ sehr gut auf diese Seite passt. „Unabhängigkeit & Suizid: „Traktat vom Steppenwolf“ (Teil 2)“ weiterlesen

Individualität, Zerrissenheit und Menschenhass: Das „Traktat vom Steppenwolf“

Der deutsch-schweizerisch Schriftsteller Hermann Hesse (1877-1962) veröffentlichte 1927 einen Roman namens „Der Steppenwolf“.  Dieses Buch konnte nicht nur literarische Erfolge verzeichnen (Hesse erhielt den Literatur-Nobelpreis), sondern übte auch einen gewissen Einfluss auf die Musik aus – am bekanntesten ist da sicherlich die gleichnamige Band STEPPENWOLF. Außerdem enthält dieses Buches Ausdrücke und Phrasen, die später in dem einen oder anderen Lied der BÖHSEN ONKELZ wieder auftauchen sollten…

„Der Steppenwolf“ ist ein Werk über Menschenhass und die Verlogenheit der Gesellschaft. Über Individualität, innere Zerrissenheit und Suizid. Aber auch über den Versuch, als unabhängiger Freidenker inmitten dieser Gesellschaft zu leben, da man sich auch als „einsamer Wolf“ nach menschlicher Nähe und Akzeptanz sehnt…

Auf den Inhalt will ich gar nicht groß eingehen – es sei nur gesagt, dass die Hauptfigur Harry Haller (im Grunde genommen Hermann Hesse selbst) ein Fein- und Freigeist ist, ein Individualist, Alkoholiker und Kritiker der Menschheit. Er will unabhängig sein, sucht aber auch nach Gesellschaft; er denkt über Selbstmord nach, schafft es aber nicht, diesen in die Tat umzusetzen; seine Denkweise entspricht vielen Gedankenbildern, die auch im Black Metal zu finden sind oder generell bei individuellen/freiheitsliebenden/misanthropischen Geistern.  „Individualität, Zerrissenheit und Menschenhass: Das „Traktat vom Steppenwolf““ weiterlesen

TraumLyrik VII: „Der Erlkönig“

Die wohl berühmteste Ballade Johann von Goethes, die den meisten wohl noch aus ihrer Schulzeit bekannt sein dürfte. In vermutlich jedem Deutschbuch wird dieser Text behandelt, meist mit der Aufgabe versehen, ihn neu zu interpretieren – sei es musikalisch, malerisch oder in zeitgemäßen Worten. Nichtsdestotrotz gehört der Erlkönig zu den herausragendensten Werken des weimarer Dichters und erweist sich als absolut würdig, auf SchädelTrauma besprochen zu werden. „TraumLyrik VII: „Der Erlkönig““ weiterlesen

TraumaLyrik V: Goethes „Der untreue Knabe“

Hier ein Stück deutsches Kulturgut: „Der untreue Knabe“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Schwierig, ein paar einleitende Worte zu finden. Ich will nichts vorwegnehmen und den Leser auch nicht beeinflussen – aber irgendetwas muss ich sagen.

Diese Ballade ist – und ich drücke mich hier bewusst altmodisch aus – von „schauerlichem Charakter“. Sie ist gruselig, wobei man bedenken muss, dass dieser Begriff vor zweihundert Jahren vielleicht noch anders aufgefasst wurde ist als heute. Deshalb muss man sich wohl darauf einlassen; den modernen Horror vergessen und im Dunkeln weiterlesen. „TraumaLyrik V: Goethes „Der untreue Knabe““ weiterlesen

Der Vater des Horrors: H.P. Lovecraft

Heute gibt es mal ein Video. Dieses stammt nicht von mir, sondern von einem Youtuber namens PHilosoPHie, welcher mir freundlicherweise erlaubt hat, sein Video in meinem Blog zu teilen.

Das Thema lautet: Howard Phillips Lovecraft. Meiner Meinung nach einer der größten Schriftsteller aller Zeiten, der Vater des modernen Horrors. Bevor er kam, da gab es nur Gruselgeschichten – schauerlich zwar, aber auf keinen Fall mit dem Begriff Horror zu bezeichnen. Durch ihn hielt ein neues Grauen Einzug in unsere Literatur: Wahnsinnige Kreaturen aus Parallelwelten, Tentakelwesen von jenseits der Sterne und verbotene, uralte Kulte aus vormenschlichen Zeiten. „Der Vater des Horrors: H.P. Lovecraft“ weiterlesen

TraumaLyrik II: Baudelaires „Der Albatros“

Ich erachte den Black Metal als eine der erhabensten Formen der Musik. Wie aber sieht das mit der Erhabenheit aus, wenn man sich mit dem profanen Alltag auseinandersetzen muss? Mit dem Job, den Einkäufen und nervigen Autoreparaturen? Wenn man sich in der „gewöhnlichen Welt“ bewegt, abseits von Erhabenheit, dunkler Romantik und ergreifender Kunst?

Wie reagiert man auf Menschen, deren Kunstverständnis sich von dem eigenen unterscheidet? Menschen, die „einfacher gestrickt“ sind, und die anspruchsvoller Kunst befremdlich, wenn nicht gar ablehnend gegenüberstehen (weil viele setzen anspruchsvoll mit langweilig gleich)? Die erhabenes/elitäres Verhalten als lächerlich empfinden? Nimmt man sich dann selbst ein wenig zurück und verhält sich „normaler“? Oder greift man zu Abwehrmaßnahmen, wie beispielsweise Arroganz? „TraumaLyrik II: Baudelaires „Der Albatros““ weiterlesen