TraumLyrik VI: „A Dark Christmas“

Die Verbindung von Rock bzw. Metal und Weihnachten erscheint mir in den meisten Fällen als peinlich. So gut wie jedes traditionelle Weihnachtslied existiert in mehrfachen Rock – und Metalversionen, und ich für meinen Teil finde das größtenteils beschämend. Rebellische, non-konforme Künstler springen plötzlich auf den gesellschaftlichen Zug auf, sobald es um die „Besinnliche Zeit“ geht. Selbst wenn diese Lieder nur als Scherz gedacht sind – mir fehlt da irgendwie der Humor für…

Besonders schlimm – Manowars Version von „Stille Nacht, heilige Nacht“. Natürlich lautet die Frage, in wieweit man Manowars Texte überhaupt ernst nehmen kann, aber Lieder über Odins Söhne und Walhalla zu schreiben, und dann Textzeilen wie „Christ, our saviour is born“ zu singen? Hätte ich diese Band jemals ernst genommen, so hätte ich jetzt jeglichen Respekt vor ihr verloren.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Weihnachtslieder, die eher die endgegengesetzte Stimmung verbreiten, und die sagen mir etwas mehr zu. So ist „Christmas“ von King Diamond ein depressives Stück über einen Suizidgefährdeten, der in seiner Kindheit an Weihnachten Schlimmes erlebt hat. Und Venom singen in „Black Xmas“ von blutigen Flüssen, schwarzem Schnee und dem Teufel, der Jesu‘ Geburt zuvorkommen will.


Hier möchte ich nun ein schwarzes Weihnachtslied vorstellen, dessen Grundstimmung sowohl traditionell als auch bedrohlich ist. Es handelt sich nicht um Metal, sondern um eine nicht ganz so einfach zu definierende Mischung aus Dark Ambient und düsterer Folkmusik. Gespielt von einer Band mit dem umständlichen Namen Jeremiah Crow’s Insufferable One Man Show.

In diesem Stück, „A Dark Christmas“, geht es um den Krampus. In Süddeutschland, Österreich und darüber hinaus wird man vermutlich wissen, wer Krampus ist, hier bei uns (in Westfalen) ist er eher unbekannt.
Vergleichen kann man ihn mit Knecht Ruprecht – ebenso wie dieser begleitet er den Weihnachtsmann bzw. Nikolaus, bringt aber keine Geschenke, sondern bestraft diejenigen, die böse waren. Der Unterschied zwischen Krampus und Ruprecht ist der, dass Krampus kein rein menschliches Aussehen besitzt, sondern teuflisch-dämonische Züge trägt – mit Hörnern, Hufen und einer ekelhaft langen Zunge.

In Bayern, Österreich und weiter südöstlichen Regionen ist Krampus eine namhafte Gestalt in der Weihnachtszeit. Dort wird am 5. Dezember der Krampus-Tag begangen, an welchem in den  Ortschaften Umzüge veranstaltet werden, auf denen man mit dämonischen Masken und Kostümen verkleidet durch die Straßen zieht. Eine Mischung aus Karneval und Halloween, aber noch nicht dem amerikanischen Kommerz anheimgefallen.

Der folgende Liedtext beschreibt, wie Krampus des Nachts zu den Kindern kommt, um diese zu quälen und zu entführen. Da mir die Lyrics leider nicht vorlagen, musste ich nach Gehör zitieren, von daher sind eventuelle Verständnisfehler meinerseits nicht ausgeschlossen.

 

„A Dark Christmas“
von Jeremiah Crow’s Insufferable One Man Show

 

In every year – he‘s near
Dreams are dying, the air is choked
And children harks awful of fear
As they know that Krampus is near

 

He pulls up their hair
Laughs at their tears
Stuffing children in his bag

 

Awful cries give him much joy
As he disappears into the night

 

Cloven hooves, goat horns and fangs
The tongue of the Christmas Devil rolls abed
His claws are heavy, rusted chains
Clashes the children who all have been bad

 

He pulls up their hair
Laughs at their tears
Stuffing children in his bag

 

Awful cries give him much joy
As he disappears into the night

 

Its a dark Christmas this year…

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