„Des Satans Diener ziehen durch das Land“ – Lupan verkünden den Krieg

Wenn man heutzutage nach neuen bzw. einem selbst noch unbekannten Bands Ausschau hält, dann hat man es schwer.  Schwer deshalb, weil es so einfach ist: Unmengen an Bands tummeln sich bei Youtube & Co,  wieder und wieder wird man auf Facebook mit Alben und Liedern, von denen man nie zuvor gehört hat, überschüttet.
Die Auswahl ist gigantisch, und alles zu hören ist unmöglich.

Deshalb sollte man sich irgendeiner Form der Selektion bedienen, und diese heißt bei mir: Persönliche Empfehlungen. Wenn mir also jemand eine Band vorschlägt, dann höre ich mir diese an – ob mir das Gehörte dann auch gefällt, ist eine andere Sache.

Vor kurzem wurden mir einige Bands aus dem Hause Wolfmond Production empfohlen, und natürlich habe ich mir diese Bands zu Gemüte geführt.  Einiges davon fand ich gut, anderes nicht. Eine Gruppe ist mir gleich auf Anhieb ‚ins Ohr gesprungen‘. Von dieser Band handelt die gegenwärtige Rezension. Jedoch habe ich nun das Problem, dass man diesen Artikel als eine Art Werbung missverstehen könnte. Ich arbeite nicht für Wolfmond, und ich verdiene auch kein Geld mit dem Schreiben dieses Blogs – ich habe mir lediglich die Empfehlungen angehört und gemeint, dass wenn mir etwas davon gefällt, ich möglicherweise darüber schreiben würde.

Aus dem möglicherweise ist nun ein Ja, die Band ist geil, da schreib ich mal was drüber geworden. Die Rede ist von der deutschen Gruppe LUPAN und ihrem bisher einzigen Album „Zeichen“.

Da ich nur positive Rezensionen verfasse (wieso sollte ich über etwas schreiben, das ich blöd finde?) ist jede Rezension ja irgendwie auch Werbung für die jeweilige Band (wie meine Artikel zu Nargaroth oder Infesting Swarm). Wobei ich es aber nicht als ‚Werbung‘ ansehe, sondern eher als UNTERSTÜTZUNG, denn wir reden hier von einer Musikkultur, die fernab des Mainstreams existiert, und mit der sich nicht wirklich Geld verdienen lässt.

Nun aber genug der Vorrede, wir wollen beginnen…


Lupan singen auf Deutsch, und das finde ich erstmal positiv. Wie schon früher angemerkt, mag ich es, wenn Bands Texte in ihrer Heimatsprache verfassen, weil ich dies sehr viel charakteristischer und individueller finde, als das allgemeine, massentaugliche Englisch (es sei denn, die Band stammt aus einem englischsprachigen Land). Dafür nehme ich auch in Kauf, dass ich die Texte nicht verstehe.

Auf die Texte Lupans will ich aber gleich nochmal zu sprechen kommen, zuvor soll es nämlich um das gehen, was einem beim Musikhören als erstes auffällt – die Musik selbst.

Rau und bedrohlich, aggressiv und finster. Wunderbarer Black Metal, den die Jungs da spielen, genauso wie ich ihn haben will. Vorwiegend schnelle Parts, aber auch schleppende Passagen, die ich besonders zu schätzen weiß. Hier und da kam mir der Vergleich mit Judas Iscariot in den Sinn, wiewohl Lupan die Erhabenheit jener Band noch nicht erreicht haben…

Lupan sind gut. Mehr als das. Auch wenn sie nichts Neues machen – aber das müssen sie auch nicht. Man versucht nicht, innovativ zu sein und das Rad neu zu erfinden; man nimmt den Black Metal wie er ist, und spielt ihn auf die eigene Art und Weise. Beinahe könnte man den Stil der Band typisch Schwarzmetall nennen, aber das käme ihr nicht gerecht. Auch Durchschnitt sollte man nicht sagen – obwohl sich einem dieses Wort hin und wieder aufdrängt,  aber auf eine positive Weise… Lupan repräsentieren den Black Metal so, wie er ist und sein sollte, bodenständig und voller Hingabe gespielt. Kein guter Durchschnitt, sondern sehr guter Durchschnitt – mit der Tendenz nach oben.
Wenn sie ihrem Spiel treu bleiben, dann sehe ich großes Potential für nachfolgende Alben, für schwarzmetallische Ergüsse voller Größe und Erhabenheit…

Auf Hateful Metal habe ich gelesen, dass Lupan siebzehn Jahre gebraucht haben, um dieses Album zu veröffentlichen. Eine lange Zeit, aber besser als jede Band, die Alben am laufenden Band produziert, von denen eines schlechter ist als das andere. Siebzehn Jahre bedeuten viel Gelassenheit und Ausdauer, denn es ist mit Sicherheit nicht einfach, eine Band über einen so langen Zeitraum am Leben zu erhalten, wenn kein neuer Output veröffentlicht wird. Ich weiß natürlich, dass es vorher bereits einige Demos gegeben hat, dennoch – „Hut ab!“.

Ein paar Worte zum Aufbau der Lieder bzw. zu ihrem Ende: Vielleicht geht es nur mir so, aber für meinen Geschmack enden die einzelnen Stücke viel zu schnell. Ich meine jetzt nicht die gesamte Spieldauer – obwohl diese hier und da auch etwas länger ausfallen könnte – sondern den Ausklang eines Liedes. Das Ende kommt häufig sehr abrupt, sodass ich mir jedes Mal  wünsche, Lupan hätten sich ein wenig mehr Zeit genommen, um die Stücke gefühlvoller enden zu lassen. Ein gelungener Ausklang fügt einem gelungenen Lied noch eine letzte Würze hinzu, noch das gewisse Etwas, um ein Stück würdevoll abzurunden…


Zurück zu den Texten. Blut, Tod, Krieg – und jede Menge Antichristentum.  Es geht um den Kampf gegen Christen und Kirche; um das Töten von Gläubigen und Gottesfürchtigen. Der Hinwendung zu Hass und Gewalt, zu Dunkelheit und immer wieder Satan.
Letzterer wird häufig angerufen, mal als Lord Satan, mal als Dunkler Lord. Sehr kitschig, muss ich sagen, aber das ist nicht negativ gemeint – manchmal ist Kitsch eben geil, und in diesem Fall trifft das tun. Die Texte sind mit einem Wort zu charakterisieren, welches ich schon bei der Beschreibung der Musik verwendet habe: Typisch Schwarzmetall. Im Grunde genommen werden die klassischen Black Metal-Themen besungen, auch hier liegt keine Innovation vor. Lupan bleiben den Ursprüngen des Black Metals treu, auf ganzer Linie. Bei all den anderen Bands, die Themen wie Einsamkeit und Depression, Heidentum und Natur bearbeiten, ist die Botschaft von Lupan ganz klar: Tod dem Christentum und Heil Satan!
Auch solche Bands muss es geben, die der alten Linie folgen, entgegen aller Neuerungen in diesem Genre. Klassischer Black Metal mit klassischen Texten – ich würde in Nostalgie ausbrechen, wäre ich in den 90ern schon beim Schwarzmetall gewesen.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich es schade finde, dass das Booklet von „Zeichen“ sehr schlicht gehalten ist – ich hätte mir da ein paar mehr Bilder, Informationen etc. gewünscht, und natürlich die Liedtexte (ich habe sie jetzt so herausgehört).
Ach ja – und mich würde interessieren, was der Name „Lupan“ überhaupt bedeutet.

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